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Thema dieser Darstellung sind Client-Server-Anwendungen im Internet und im Intranet, also dem "Mini-Internet" z. B. innerhalb eines Schulnetzes. Beruht die Vernetzung der zur Verfügung stehenden Rechner auf dem gleichen Kommunikations-Protokoll (TCP/IP Protokoll, siehe unten), so sind die Strukturen im LAN (Local Area Network) mit denen im WAN (Wide Area Network) identisch.

(Quelle: Perrochon, L.: School goes Internet, dpunkt, 1996)
Das Internet
Das Internet ist ein globales Netz von Computernetzwerken. Über
Computer mit einem Internetzugang kann weltweit elektronisch
kommuniziert werden. Die physikalische Struktur besteht aus einer
komplexen
und verzweigten Anordnung von von hierarchisch strukturierten
Datenleitungen.
Lokale Computer ("Internet-PC") können sich in diese weltweite
Struktur einbinden, indem Sie z. B. über einen Internet-Provider eine
zeitlich begrenzte Verbindung herstellen (Modem, ISDN, T-DSL ... ).
Dass trotz unterschiedlichster Hardware-Technologien die
Kommunikation zwischen beliebigen Computern im Internet möglich ist,
beruht letztlich auf der Vergabe global gültiger einheitlicher Internetadressen
und der Verwendung von einheitlichen Kommunikationsprotokollen.
Kommunikationsprotokolle
Regeln, nach denen die Kommunikation zwischen Computersystemen abläuft, werden als Protokolle bezeichnet.
IP ProtokollDas Internet Protocol (IP Protokoll) ist das
Basisprotokoll des Internet und regelt die Kommunikation zwischen den
Netzwerkrechnern auf der Basis von Datenpaketen. Das IP Protokoll ist verbindungslos:
Zwischen Sender und Empfänger besteht keine virtuelle Verbindung. Es
ist paketorientiert: Daten werden in Form von Datagrammen
übertragen, das sind Pakete, die die Nutzinformationen, weiter
Kontrollinformationen, die Zieladresse sowie Informationen über das
verwendete höhere (s.u.) Kommunikationsprotokoll enthalten. Das IP Protokoll ist unsicher: Es gewährleistet nicht, dass die
Datagramme beim Empfänger auch ankommen.
Alle anderen höheren Protokolle bauen auf diesem IP Protokoll auf, z. B.
TCP Protokoll
Im Gegensatz zum IP Protokoll ist das Transmission Control Protocol (TCP Protokoll) ein verbindungsorientiertes und sicheres Protokoll. Verbindungsorientiert bedeutet: Bevor Daten zwischen zwei Netzwerk-Rechnern ausgetauscht werden können, muss eine virtuelle Verbindung aufgebaut werden. Sicher bedeutet: Der Empfänger kontrolliert die eingehenden Datagramme auf Vollständigkeit und Fehlerfreiheit und meldet diese Informationen an den Sender zurück. Bleibt beim Sender diese Bestätigung aus, sendet er sie erneut.
UDP Protokoll
Das User Datagram Protocol (UDP Protokoll) ist ein im Gegensatz zum TCP Protokoll verbindungsloses und unsicheres Protokoll: Es sorgt weder dafür, dass die Datenpakete ihren Empfänger erreichen, noch dass sie ihren Empfänger in der richtigen Reihenfolge erreichen. Der Vorteil des UDP Protokolls gegenüber dem TCP Protokoll besteht darin, dass weniger Zusatzinformationen übertragen werden. Es eignet sich für Anwendungen, bei denen geringe Störungen kaum wahrnehmbar sind (z. B. Streaming-Video, Streaming-Audio): Fehlende Informationen werden einfach weggelassen.
IP Adressen
In IP Netzwerken werden die einzelnen Rechner durch ihre IP Adresse eindeutig identifiziert. Logisch kann man diese IP Adresse dem zugehörigen Netzwerkadapter zuordnen. Notebooks mit Netzadapter und WLan Adapter können daher zwei unterschiedliche IP Adressen haben.
Eine IP Adresse im (noch aktuellen) IPv4-Format wird als 4
Byte (32-Bit) Zahl dargestellt.
Bit 31 30 29 28 27 26 25 24 23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1 0 Wert 1 0 1 0 1 1 0 0. 0 0 0 1 0 0 0 0. 1 1 0 0 1 0 0 0. 0 1 1 0 0 1 0 1 |
Zur besseren Lesbarkeit werden die 4 Bytes durch einen Punkt getrennt
und jedes Byte dezimal geschrieben.
Bit 31 30 29 28 27 26 25 24 23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1 0 Wert 1 0 1 0 1 1 0 0. 0 0 0 1 0 0 0 0. 1 1 0 0 1 0 0 0. 0 1 1 0 0 1 0 1 dezimal 172 . 16 . 200 . 101 |
Es gibt insgesamt 5 verschiedene Formen von IP Adressen, die in
Klassen A bis E eingeteilt werden. Sie unterscheiden
sich in der Anzahl der verschiedenen Netze, die in der jeweiligen
Klasse gebildet werden können, sowie der Anzahl der Rechner, die zu
einem Netz gehören können. Die Identifizierung der Netzklasse erfolgt
über die ersten 4 Bit der IP Adresse.
Bit: 31 30 29 28 27 26 25 24 23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1 0 Klasse A 0 Netz-ID PC-ID Bit: 31 30 29 28 27 26 25 24 23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1 0 Klasse B 1 0 Netz-ID PC-ID Bit: 31 30 29 28 27 26 25 24 23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1 0 Klasse C 1 1 0 Netz-ID PC-ID Bit: 31 30 29 28 27 26 25 24 23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1 0 Klasse D 1 1 1 0 Multicast-Kanal Bit: 31 30 29 28 27 26 25 24 23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1 0 Klasse E 1 1 1 1 Reserviert |
Einige Sonderfälle, hier nur angedeutet: (nicht relevant für die folgenden Darstellungen)
| Netzwerkklasse | Anzahl der Netzwerke |
Adressbereich |
| A | 1 | 10.0.0.0 ... 10.255.255.255 |
| B | 16 | 172.16.0.l ... 172.16.31.255 |
| C | 256 | 192.168.0.0 ... 192.168.255.255 |
| Ein lokales Netzwerk in der Schule ist in der
Regel als Klasse C-Netz
aufgebaut. Es kann daher zu einem Zeitpunkt maximal 254
unterschiedliche Rechner enthalten, deren Adressen sich in der letzten
Gruppe unterscheiden, z. B
172.16.200.1 ... 172.16.200.254
|
Subnet-Masken
Mithilfe von Subnet-Masken kann man prüfen, ob IP Adressen zum gleichen Netzwerk gehören. Eine Subnet-Maske ist wie eine IP-Adresse 32 Bit lang. Die Subnet-Maske wird jeweils mit der Sender- und der Empfängeradresse durch eine logische and-Operation verknüpft und die Ergebnisse miteinander verglichen. Stimmen sie überein, so gehören Sender- und Empfängerrechner zum gleichen Netz.
Beispiel: Prüfung, ob zwei Rechner zum gleichen Klasse
C-Netz gehören
Sender
Bit 31 30 29 28 27 26 25 24 23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1 0 IP-Adresse 172 . 16 . 200 . 101 dual: 1 0 1 0 1 1 0 0. 0 0 0 1 0 0 0 0. 1 1 0 0 1 0 0 0. 0 1 1 0 0 1 0 1 and Subnet-M. 255 . 255 . 255 . 0 dual 1 1 1 1 1 1 1 1. 1 1 1 1 1 1 1 1. 1 1 1 1 1 1 1 1. 0 0 0 0 0 0 0 0 Ergebnis 1 0 1 0 1 1 0 0. 0 0 0 1 0 0 0 0. 1 1 0 0 1 0 0 0. 0 0 0 0 0 0 0 0 dezimal 172 . 16 . 200 . 0 |
Empfänger
Bit 31 30 29 28 27 26 25 24 23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1 0 IP-Adresse 172 . 16 . 200 . 254 dual 1 0 1 0 1 1 0 0. 0 0 0 1 0 0 0 0. 1 1 0 0 1 0 0 0. 1 1 1 1 1 1 1 1 and Subnet-M. 255 . 255 . 255 . 0 dual 1 1 1 1 1 1 1 1. 1 1 1 1 1 1 1 1. 1 1 1 1 1 1 1 1. 0 0 0 0 0 0 0 0 Ergebnis 1 0 1 0 1 1 0 0. 0 0 0 1 0 0 0 0. 1 1 0 0 1 0 0 0. 0 0 0 0 0 0 0 0 dezimal 172 . 16 . 200 . 0 |
Die beiden Rechner gehören also beide zum gleichen Klasse C-Netz 172.16.200.xxx
.
Ports
Da Internet-Server-Rechner vielfältige Dienste, z. B. E-Mail, FTP und WWW, anbieten können, die zeitgleich auf einem Rechner laufen, genügt die Erreichbarkeit dieses Rechners für die TCP-Kommunikation mit der gewünschten Anwendung nicht aus. Das TCP Protokoll, das UDP Protokoll sowie einige andere Protokolle verwenden zur Lösung dieses Problems Ports.
Ein Port identifiziert auf dem Zielrechner (Server) die
Anwendung. Ports sind 16 Bit lange Dualzahlen und werden meistens
dezimal geschrieben: 0 ... 65535 . Ein Anwendung kann
auch
mehrere Ports für sich beanspruchen. Eine Portnummer darf auf einem
Rechner nur einmal vergeben sein. Bei Verbindung eines Client-Rechners
mit der Server-Anwendung muss neben der IP Adresse des
Zielrechners auch die Portnummer des gewünschten Dienstes angegeben
werden.
Die Ports eines Dienstes werden gelegentlich durch einen Doppelpunkt
von der IP Adresse des Server-Rechners, der diesen Dienst verfügbar
macht, getrennt, z. B. 172.16.200.10:80 .
| Die Adresse 172.16.200.10 Port 80 eines Server-Dienstes ist identisch mit 172.16.200.10:80 . |
Einige Portnummern bekannter Dienste:
| Portnummer | Dienst |
| 20 | FTP Datenkanal |
| 21 | FTP Steuerkanal |
| 23 | Telnet |
| 25 | SMTP |
| 53 | DNS |
| 80 | HTTP |
| 110 | POP3 |
Die Ports im Bereich 0 bis 1023 sind für spezielle Anwendungen und
Dienste reserviert (Well-Known Ports). Im Bereich 1024 bis 49151
liegen die für Anwendungen registriertes Ports. Ein
Server-Dienst benötigten einen festen und bekannten Port, damit die
Client-Anwendung ihn ansprechen kann. Umgekehrt benötigt die
Client-Anwendung lediglich einen beliebigen Port, der ihm aus dem
freien Bereich 49152 bis 65535 auf Anfrage zeitbegrenzt zugeteilt wird (dynamischer
Port).
Dynamische Ports eignen sich für eigene Experimente. Die Chance,
dass auf dem eigenen Rechner bereits eine Anwendung läuft, die diesen
Port verwendet, ist denkbar gering. Und das Windows-Betriebssystem hält
sich sowieso nicht an diese Vorgaben und verwendet in der Regel die
Ports 1024 bis 5000 als dynamische Ports.
| Jeder Rechner in unserer Lernumgebung ist also durch seine IP Adresse, jeder Server-Dienst durch die IP Adresse des Rechners sowie durch seine Portnummer eindeutig identifizierbar. |
Für weitere detaillierte Informationen empfehlen
wir z. B. www.wikipedia.de (WIKIPEDIA
- die freie
Enzyklpädie, Stichwort IP-Adresse)
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